Sonntag, 30. August 2020

Tag 14 - Übergang ins Tuxer Tal

Die Almler haben noch bis die Nacht um 3 gezecht. Der Wirt war wohl ganz froh, dass seine 5 Übernachtungsgäste sich auf ein Frühstück um 8 Uhr geeinigt hatten und nicht schon früher los wollten. Die Party der Almler haben wir im 2. Stock nicht wirklich gehört. Das ständige Donnern und Blitzen nicht zu bemerken, hätte aber größere Mengen des vorzüglichen Zirbenschnapses bedurft. So schaut's also am Alpenhauptkamm aus, wenn sich ein Genuatief von Süden über's Gebirge kämpft.

Wir hatten uns schon am Vorabend für den vom Hüttenwirt empfohlenen Übergang ins Tuxer Tal entschieden und die geplante Nacht im Tuxer Joch Haus durch die gemütliche Pension Sonnleiten in Lanersbach ersetzt. So langsam mausern sich die verfallenen Anzahlungen zu einem nennenswerten Posten in der Urlaubskasse 😕

Warten auf die Regenpause

Der Wetterbericht sagt ein Fenster mit weniger Regen zwischen 11 und 14 Uhr voraus. Passt perfekt zu unserer Neigung zur Trödelei 😂 10:40 Uhr lässt der Regen tatsächlich nach. Die 3 Mädels aus München, die mit uns auf der Hütte waren, treten die Heimreise an und wir stapfen hinauf in Richtung Torscharte.

Aufbruch an der Lizumer Hütte

Hurra die versprochene Regenpause ist da

Beim Aufstieg lässt der Regen nach und tatsächlich ab und dann hört es gänzlich auf. Aber kaum ist der Schirm weggepackt, kommen gleich die nächsten Schauer. Zumindest scheinen die Gewitter vorbei zu sein.
Die Kühe schauen uns ziemlich deppert an und fragen sich, warum bei solchem Wetter noch Zweibeiner unterwegs sind.
Auf dem Bild sieht man schön, wo einst Wege waren, fließen nun die Bächlein. Man muss etwas improvisieren bei der Wegfindung.

An der Torscharte

Nach einer guten Stunde ist die Torscharte auf 2.400m erreicht. Das gute daran... von nun an geht es bergab 😁

An einer offenen Almhütte nutzen wir die Gelegenheit zur Rast. Hier sind wir geschützt vor Regen und Wind. Letzterer macht mittlerweile einen sinnvollen Einsatz der Schirme unmöglich. Ich gebe mein bestes im Vertrauen auf die deutsche Ingenieurskunst im Outdoor-Schirmbau und werde enttäuscht. Nach 3x Umstülpen des Schirms war dann die erste Strebe durch.

Was nun folgt, war zum Teil schon nicht mehr lustig. Gefühlt ein Dutzend mal müssen wir die Bäche queren. Erst noch ganz spaßig... 
...dann schon mit Rucksackservice
und dann war ich mir schon nicht mehr ganz sicher, ob das überhaupt was wird...
tapfere DoDo 👍
Im Hintergrund nochmal der Wiesenhang mit den zu reißenden Bächen angeschwollenen Rinnsalen.
Aber das Gröbste ist geschafft, wir erreichen wieder erschlossenes Almgelände mit den nach wie vor ungläubig dreinschauenden Kühen.
Wir verzichten auf weitere Experimente und bleiben brav auf der Almstraße, auch wenn das reichlich extra Meter gibt.

Der Hüttenwirt hat uns gut eingeschätzt. 5h hat er uns gegeben und nach knapp 5h laufen wir in Lanersbach im Tuxer Tal ein.
Zur Begrüßung regnet es wieder, auch hier sollte der Wetterbericht recht behalten. Trotz unseres durchnässten Erscheinungsbildes werden wir sehr freundlich in der Pension Sonnleiten empfangen. Nach einer Grundreinigung mit dem Kärcher 🤪 werden wir sogar noch mit Leckerlies versorgt.
so ein Regentag hat halt auch gute Seiten.

Morgen müssen wir uns irgendwie zum Schlegeisspeicher durchschlagen. Dort erwartet uns das nächste Quartier. Komplett zu Fuß wird es wohl zu weit. Der Vorteil unseres Umweges liegt darin, dass wir nun fast nach Belieben mit dem Bus abkürzen können. Für den dann folgenden Übergang nach Südtirol bräuchten wir dann aber schon mal wieder vernünftiges Wetter.


1 Kommentar:

  1. das warja nun eine Geduldsprobe mit den Bächen oh oh oh
    bei uns schüttete es in Strömen
    gutes Weiterwandern
    Verena

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