Freitag, 25. September 2020

Tag 39 - Das Finale - Wir haben fertig

Sodele, nun ist es soweit, heute ist unser letzter Wandertag. Nochmal 26km bis Punta Sabbione und dann mit dem Vaporetto - wie man hier die Fähren noch nennt - über die Lagune hinein ins historische Venedig, fast direkt bis zum Markusplatz.

Das Frühstück ist erstmal um Längen besser als das Abendessen und versöhnt uns mit der Bleibe. Irgendwie müssen 9 Punkte bei booking.com ja auch mal zustande gekommen sein. Vielleicht hatte der Koch am Abend auch nur einen schlechten Tag oder war gar nicht selbst am werkeln. So gestärkt geht es in den Tag.
Abschied von Ragú, so heißt der süße Kerl wirklich
So leidlich von den Strapazen des Vortages erholt, geht es dann los. Eigentlich wäre nach der langen Tour gestern ein Pausentag sinnvoll gewesen. Direkt kurz ist es ja heute auch wieder nicht, aber wer macht das schon einen Tag vor dem Ziel?

Die in den Kanälen gespiegelte Landschaft fasziniert immer wieder.
Im Prinzip geht es nun immer am Rand der Lagune entlang. Stehen bleiben kann man eh nicht, ansonsten wird man sofort von einem Heer von Mücken angefallen. Immerhin kommen wir so recht flott voran.
Die Italiener in den Grundstücken kennen die komischen Typen mit den großen Rucksäcken schon und fragen wie schon auf den Etappen zuvor, ob man tatsächlich in München gestartet ist und wann und wieviele Kilometer es heute sind. Zumindest gestern und heute bekommen wir dann auch immer mal ein bravi, bravi dafür.
Hannibal, der Glücksbringer von den Kollegen nimmt nochmal einen kräftigen Schluck. Eigentlich hatte er seine Alpenüberquerung schon in Belluno geschafft.
Kneipentechnisch ist es eher schwierig heute. Die sind alle auf der dem Meer zugewandten Seite der Landzunge, wo sich ein Campingplatz an den nächsten reiht. In Cavallino finden wir dann doch was für eine Rast. Es müssen ja nicht immer top Bewertungen sein, um die Vorratsspeicher aufzufüllen. Aber gut essen mögen wir halt noch mehr als gut laufen. Die Spaghetti Carbonara und Insalata mista waren auch völlig in Ordnung.

1h nach dem Essen wollen wir dann doch auch mal ans Meer. Die Literatur ist sich uneins, manche machen den Abstecher andere lassen den Umweg weg.

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Viel los ist nicht am Strand.
Damit wäre nun die Alpenüberquerung wirklich beendet. Weiter geht's nimmer. Aber wir sind ja auf Städtetrip von München nach Venedig. Die 7km zur Fähre schaffen wir auch noch. Schön ist die Strecke hier drüben nun wahrlich nicht. Wir folgen stupide der Zubringerstraße der unzähligen Campingplätze. Auf den Straßen sieht man nun mehr deutsche Autos als italienische.

nur 1km noch... 

Wir schaffen perfekt die angepeilte Fähre um 16:30 Uhr. 26,8 km waren es nochmal und in Venedig kommt auch noch was dazu. Die Füße signalisieren schon mal, es reicht dann auch.

Ohne Maschiera (MNS) geht hier gar nichts, auch nicht auf dem fast leeren Freideck. DoDo schnauft, aber schwimmen wäre jetzt auch keine wirkliche Option 🤣

Wir schippern an den kleineren Inseln der Lagune vorbei und die Fähre stoppt nochmal in Lido di Venezia. Nach gut 30min ist es dann soweit, die Altstadt von Venedig kommt näher.
Wir legen an und durch das quirlige Treiben geht es hinüber zum Markusplatz.
Geschafft. Knapp 600km sind es geworden und gut 25.000 Höhenmeter. 34 Wandertage und 5 Pausentage liegen hinter uns. Einmal von der Mariensäule zu den Stelen des Apostel Markus und seinem Zeichen, dem Löwen. Schön war es gewesen, nicht jeder Moment, aber die Tour auf jeden Fall.

Nun, wir sind zwar am Ziel der Ziele, aber so richtig ist für heute doch noch nicht Schluss. Unser Apartment müssen wir noch finden.
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Nochmal eineinhalb km durch die Stadt. Dafür aber schöne Brücken und Palazzi.
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Die dritten Schuhe der Tour waren dann übrigens ganz hervorragend. Sowohl auf dem Klettersteig an der Schiara als auch auf den langen Etappen machten sie ihren Job super.

Am Palazzo mit unserer Fewo war dann kein Schild und keine Klingel. Also die Vermieterin anrufen und 20min warten. Boah, da hatten wir gerade null Bock drauf. Wir stehen verschwitzt mit großen schweren Rucksäcken in einer Touristadt. Ich will das Ding in die Ecke stellen und mich duschen und nicht 20min warten.

Naja, hilft nix.
 Einen Aperol Sprizz und einen Cafelatte später erscheint tatsächlich die Signora und zeigt uns das Apartment. Schick und gut eingerichtet, hier halten wir es sicher die nächsten 5 Tage aus. Noch bissl was einkaufen müssen wir und dann
gebe ich diese Position so schnell nicht mehr auf 😂

Morgen um 11 Uhr ist die Stadtführung gebucht, mal schauen wann dann die Serie mit dem Schritteziel reißt. Wir werden uns hoffentlich noch ein paar schöne Tage machen. Wie wir zurück nach Dresden kommen, müssen wir auch noch sehen. Es bleibt also spannend.

Die Liveberichterstattung aber endet hier. Vielen lieben Dank nochmal an alle, die uns im Blog begleitet haben. Das hat uns unterstützt und mich auf jeden Fall motiviert, doch jeden Tag eine kleine Geschichte zu verfassen, auch wenn man nicht immer Lust dazu hat. So bleiben die Bilder auch für uns lebendig.

Vielen Dank natürlich auch an meine Reiseleitung. DoDo hat sich zwar beharrlich geweigert, auch nur einen Bericht zu schreiben, aber sie saß mehrere Wochen an der Planung der Tour und hat wirklich schöne Unterkünfte gefunden und die Etappen geschnitten. Die meisten Berichte hat sie auch nochmal gelesen und die gröbsten Fehler bereinigt. Das hat es für euch erst lesenswert gemacht. Meine Kollegen müssen es immer ertragen, dass ich mit meinen Gedanken oft schon weiter bin, als mit dem Gesprochenen und Geschriebenen. Daran, diese Lücken zu füllen, muss man sich erst gewöhnen. Natürlich auch Dank an die Kollegen, die mit ihrem Verständnis für unsere verrückten Ideen die Tour mit möglich gemacht haben. So nun aber genug der Danksagungen.

Lasst es Euch gut gehen. Apropos gehen... Man muss nicht gleich 39 Tage durch die Welt vagabundieren. Es gibt auch schon eine schöne und unschwierige 3-tägige Karwendeldurchquerung. Wer es noch nicht gemacht hat, einfach mal probieren. Macht Spaß 😉

Mittwoch, 23. September 2020

Tag 38 - Laufen, laufen, laufen

Heute erwartet uns die längste Etappe der Tour, hoffentlich nicht zeitlich, aber zumindest bezüglich der Strecke. Gut 35km sollen es sein, Höhenunterschiede gibt es keine mehr zu überwinden. 35km ist trotzdem schon eine ordentliche 8h-Tour und eigentlich jenseits der Spaßgrenze.
Hilft nix, ich habe vollstes Vertrauen in meine Reiseleitung. Wenn es eine sinnvollere Etappeneinteilung gegeben hätte, hätten wir das sicher gemacht.

Der Star des Hotel Callalta, fast frisch geschlüpft

Vor lauter Aufregung ob der langen Tour, habe ich gleich das obligatorische Unterkunftsfoto vergessen. Vielleicht lag es aber auch am knuffigen Kätzchen 😺 Ein km später wird das Startfoto nachgeholt.

Vielleicht noch ein paar Worte zum Frühstück. Als wir kurz nach 7 in den Frühstücksraum kommen, trauen wir unseren Augen nicht. Fast alle Tische sind besetzt. Wir sind außerhalb der touristischen Gebiete und die Montagearbeiter scheinen das außergewöhnlich gute Preis-Leistungs-Verhältnis zu schätzen. Alle anderen haben bereits ihr Brioche mit Cappuccino, für uns fährt die Wirtin sogar Wurst und Käse auf. Kein Buffet, alles wird coronagerecht an den Tisch gebracht. Leider dauert das bei dem Andrang alles etwas länger als geplant.

Der Regen hat sich in der Nach ausgetobt und scheint uns erstmal in Ruhe zu lassen. Perfekt, es ist bewölkt und noch kühl, da können wir Tempo machen. Was ja heute auch erforderlich ist.
Zum Weg gibt es nicht viel neues zu berichten. Der Piave-Damm im Wechsel mit kurzen Straßenabschnitten.
Der nasse Boden hinterlässt auch an den Waden Spuren 😱
Nach gut 3h müssen wir uns mal wieder entscheiden, Wirtshaus oder Kaufhalle und Selbstversorgung. Zu meinem Erstaunen gibt DoDo entschlossen die Kaufhallenvariante vor. In Musile di Piave stürmen wir in den Markt und... überlegen und überlegen und überlegen. Mittlerweile ist es schon kurz vor 12 und Frauchen kann sich nicht entscheiden. Vorsichtig frage ich an, ob nicht doch das Wirtshaus in Frage käme. Mal gemütlich sitzen, tut ja auch gut bei so einer langen Tour. Hossa, damit hab ich nicht gerechnet, es war genau die richtige Frage. Mit nur einer Banane für mich brechen wir das Experiment ab. Der Weg durch die Stadt zieht sich und so sind wir zur besten Essenszeit an der Al Tajo Osteria Cicchetteria direkt am alten Piave. Kann nur sagen es hat sich gelohnt. Oberlecker und super nett waren die beiden Wirte. Zur Mittagszeit auch wieder erschreckend günstig.
Dann geht es weiter, wir haben gerade mal 18 der 35km geschafft.
Der Dammweg mäandert etwas, aber die paar Meter mehr nehmen wir in Kauf. Auf der Straße ist es einfach zu monoton. Zudem bieten sich wirklich schöne Blicke auf den alten Flusslauf.

Am Horizont werden erste Blicke nach Venedig möglich und das Meer (also eigentlich die Lagune) zeigt sich. Mit dem Wetter haben wir weiterhin Glück. Die dicken schwarzen Wolken haben sich nicht entleert und am Nachmittag gewinnt die Sonne wieder die Oberhand.
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Nun sind wir schon an den Kanälen der Lagune und folgen dem Sile. Immer noch knapp 2h bis zum Ziel. Eigentlich würde es jetzt schon reichen. 35km mit 10kg auf dem Rücken geht ordentlich auf die Fersen. Sehen wir es als Motivation uns die 10kg nicht noch anzufressen.
Schließlich ist es vollbracht und wir marschieren in Jesolo ein. Ok, marschieren ist übertrieben, es ist eher ein gebückter Schleichgang.
Dann noch durch die ganze Stadt, nochmal 1km.
Der Blick zeigt deutlich, ich sollte nicht unglücklich sein, dass ich die Planung nicht gemacht habe 😂

Viertel sechs dann ist es vollbracht, wir erreichen die Locanda Al Ponte De Fero unser letztes Wanderquartier. Heute nehmen auch meine Fersen eine ordentliche Portion Dyclophenac. Nach dem Kärchern erstmal die Füße hochlegen. Abendessen gibt es direkt im Haus, nochmal raus wollten wie definitiv nicht. Wäre aber besser gewesen.

Das Essen sah zwar gut aus, aber die Küche hatte eine absolute Abneigung gegen Gewürze. Eher nicht zu empfehlen.

Morgen dann die letzten 25km zur Fähre und dann hinüber schippern ans Ziel. Auch wenn ich den inhaltslosen Satz sonst hasse, hier passt er doch ganz gut... wir schaffen das 😄


Dienstag, 22. September 2020

Tag 37 - Immer am Piave entlang

Ab halb 8 gab es Frühstück im putzig eingerichten Hotel Liberty. Die gute Frau scheint von den Wanderern Schlimmeres gewohnt zu sein und ist offensichtlich froh, dass wir ihr keine frühere Zeit abgerungen haben. Morgen werden wir wohl früher los müssen, aber heute mit gut 6h ist das ok. Wir haben ja für die letzten Etappen einen Tag mehr eingeplant, um nicht ständig 30km schrubben zu müssen. Geht auch, aber dann hat man keine Muse mehr für Abstecher oder andere Ablenkung.

Der erste Kilometer ist weniger erbaulich und folgt der stark befahrenen Straße. Dann dürfen wir wieder zum Fluss abbiegen.

Erstaunlich, dass der Piave überhaupt noch Wasser führt. Unzählige Kanäle zweigen von ihm ab und versorgen die Felder der Gegend.
. Wein wird auch noch angebaut. Deutlich praktischer hier in der Ebene, man kann maschinell ernten und Massenware produzieren. Die wird ja auch gebraucht.

So richtig viel gibt es von den Flachlandetappen halt nicht mehr zu berichten. Man läuft entweder auf den Dämmen des Piave oder daneben durch die Felder mit allerlei Zeugs.
Hier haben wir zwischen Mangold und Spinat geschwankt. Falls ihr es kennt, einfach Nachricht oder Kommentar. Würde uns interessieren.

Mittagessen dann kurz vor eins in Candelu. Wieder eine typische Trattoria mit sehr moderaten Preisen. Dafür voll bis zum letzten Platz der coronakonform aufgestellten Tische. Erst nach 10min Warten bekommen wir unseren Tisch. Dann ging es flott. In der Hektik entscheide ich mich für etwas mit Spanferkel. War dann nicht der erwartete Braten, sondern eine kalte Platte. Geschmeckt hat es trotzdem super.

DoDo an einem der vielen Kriegsdenkmäler

Auf den 1. Weltkrieg ist man augenscheinlich schwer stolz und verdrängt dabei, dass man den militärisch eigentlich komplett in den Sand gesetzt hat. Die Dolomitenfront hatte sich ja bereits zum Piave zurückgezogen. Gelohnt hat sich der Vertragsbruch für die Italiener dennoch. Seit dieser Zeit gehören das Trentino und Südtirol zu Italien.

Der typische Wanderweg am Damm

Schließlich müssen wir wieder hoch zur Straße. Der Tag endet - wie er begonnen hatte - mit 2km Straßenwanderung. 
Man weiß die Wanderkundschaft zu schätzen. Auch wenn ich mich da wiederhole, ein kleiner Trampelpfad neben der Straße würde den Reiz der Tour mehr erhöhen als die Werbeschilder.

Wir gehen noch ein halbes Stündchen weiter und erreichen das Hotel Callalta in Bocca Callalta. Alles sauber und gepflegt. Nur das dazugehörige Restaurant hat heute Ruhetag. Aber im Örtchen an der Durchgangsstraße gibt es Alternativen.

Wir kommen dem Meer immer näher, da bieten sich Meeresfrüchte doch mal an.
Ach übrigens... Vom angekündigten Regen gab es heute keinen einzigen Tropfen 😁 Erst beim Abendessen begann das Donnergrollen und für die 5min Fußweg bis zum Hotel durfte der kaputte Schirm nochmal zeigen, was er kann. 

Das darf morgen gerne nochmal so sein. Uns erwartet die km-mäßig längste Etappe der Tour, 35km. Die möchten wir nur ungern im Regen absolvieren.


Tag 36 - Durch die letzten Hügel ins Flachland

Die Nacht war recht unruhig. Einerseits verursacht der Prosecco einen Mordsdurst und andererseits sorgten die Mücken im Zimmer dafür, dass man das auch mitbekommt. Am morgen entdecken wir dann auch den elektrischen Insektenschutz, der natürlich ausgeschalten war. So ist das halt, wenn man direkt zum gemütlichen Teil des Tages übergeht und die Bleibe nicht ordentlich inspiziert.

Das Frühstück bei Sergio kann sich sehen lassen. Rückblickend kann man schon jetzt sagen, dass sich da offensichtlich einiges getan hat in Italien und die aus Zwieback mit Marmelade bestehenden primo colazione also die klassischen ersten Frühstücke der Italiener nur noch selten anzutreffen waren.

Start bei Sergio

Nach dem trägen warmup für den Tag ging es dann erst halb 11 los. Wir sind und bleiben halt Langschläfer.

Dann folgen wir der Strada del Prosecco oder wenn möglich den Wirtschaftswegen nebenher. Einmal müssen wir umkehren, da der Besitzer alles mit privato Schilder verbarrikadiert hatte.
Den eindeutigen Traumpfad gibt es hier nicht mehr, jede Quelle beschreibt den Weg etwas anders und vermutlich verändert er sich auch mit der Zeit wieder. Berichte nach denen es nach den Alpen in endloser Straßenhatscherei endet, können wir nicht so recht nachvollziehen. Wer natürlich jeden Tag 40km schruppen möchte, hat keine Muse sich etwas mit der Gegend zu beschäftigen und nimmt dann halt die Straßen. Aber das ist ja das schöne an der Tour, jeder kann sie in seinem Stil gehen. Uns gefällt es auf jeden Fall durch die Weinberge zu ziehen und mal ein paar km Straße dazwischen stören da gar nicht so sehr.
Nach 2h erreichen wir das Castello di Collalto, eine Burgruine mit intakter Kirchenanlage. 

Hier müssen wir uns entscheiden, schon was essen oder bis heute Abend warten, dazwischen gibt es keine Möglichkeit mehr. Festpreismenü für 12€ bietet das Wirtshaus in großen Lettern an und ist bei den Bauern und Bauarbeitern der Gegend offensichtlich schwer beliebt. Na dann testen wir das doch auch mal.
Ein Teller Nudeln und Bresaola, das passt. Da ich irgendwie noch keinen Wein mochte - warum wohl 🍾🤜🤪 - gab es gleich nochmal 2€ Rabatt. Da sage mal einer gut Essen gehen, sei in Italien teuer 😉
Mit vollem Magen müssen wir weiter, aber die kleinen Hügelchen kommen wir gerade noch hoch. Zumindest hier hat die Literatur recht behalten. Fiel einem an der Isar das ständige auf und ab mit dem Rucksack noch schwer, hat man sich nun wirklich ganz gut daran gewöhnt. Aber man könnte trotzdem gut auf das Gepäck verzichten und hier einfach gemütlich entlang schlendern.
Plötzlich heißt es Abschied nehmen von den Weinbergen.
Wir stehen auf dem letzten Hügel. Noch einmal hinab und dann durch die Schwemmlandeebene bis zur Lagune von Venedig. Klingt so nah und mit dem Auto wären es auch nur gut 40km bis Mestre auf der anderen Seite der Lagune. Wir aber folgen dem Piave und müssen einen großen Bogen laufen. Noch 83km in den letzten drei Tagen, volles Programm also. Dafür gibt es aber 0 Höhenmeter 😉

Und da ist er wieder der Piave. Weit im Osten entspringt er den karnischen Alpen und schlägelt sich geschickt am Südrand der Dolomiten gen Westen bis er schließlich vom Monte Grappa nach Süden in die Ebene gezwungen wird.
Schaut ganz friedlich aus, aber fließt schnell und mit viel Kraft.
Man hat ihm viel Platz gelassen, um im Frühjahr das Schmelzwasser zur Adria zu bringen. Links und rechts schützen Dämme die Ortschaften. Das ist für uns ganz prima, denn wir können auf dem Damm entlang wandern und kommen so nur selten in Kontakt mit dem Verkehrschaos des Ballungsgebietes.
Ein letztes mal im Steilhang. Wir haben den rechtzeitigen Abzweig am Damm verpasst 🙈

Nach knapp 6h Gehzeit erreichen wir das Hotel Liberty. Wir haben nun immer Unterkünfte gewählt, die möglichst nah am Weg liegen. Gar nicht so einfach, die Ortschaften sind meist so 3-4 km neben dem Fluss.
Die Herrin des Hauses empfängt uns freundlich und mit einem, na klar, Prosecco.
Ok, so langsam geht's wieder und trara, man will ja nicht unhöflich sein. Ausreden fürs Trinken gaben glaub ordentlich Punkte beim Suchttest 🤣

Abendessen gibt es keines am Hotel. Aber die gute Frau kennt schon die Wandersleut und weiß, dass die nicht nochmal 3km in die Stadt laufen wollen. Sie bietet gleich an, beim Pizzaservice zu ordern. Das nehmen wir doch gerne an.
Nun noch die tägliche Herausforderung die guten Sachen am Abend nicht voll zu kleckern. Erstaunlicher Weise ist mir das bisher ganz gut gelungen. Mangels Ablenkung wird noch schnell der Bericht geschrieben und im 5min-Takt der Wetterbericht analysiert. Der angesagte Regen will iwie nicht verschwinden.

Unsere Woche in Venedig

12h Zugfahrt in Richtung Heimat... da schreibe ich doch nochmal etwas über unsere Woche in Venedig. Das ist jetzt für einen Blog ein epische...