Das Frühstück ist erstmal um Längen besser als das Abendessen und versöhnt uns mit der Bleibe. Irgendwie müssen 9 Punkte bei booking.com ja auch mal zustande gekommen sein. Vielleicht hatte der Koch am Abend auch nur einen schlechten Tag oder war gar nicht selbst am werkeln. So gestärkt geht es in den Tag.
So leidlich von den Strapazen des Vortages erholt, geht es dann los. Eigentlich wäre nach der langen Tour gestern ein Pausentag sinnvoll gewesen. Direkt kurz ist es ja heute auch wieder nicht, aber wer macht das schon einen Tag vor dem Ziel?
Im Prinzip geht es nun immer am Rand der Lagune entlang. Stehen bleiben kann man eh nicht, ansonsten wird man sofort von einem Heer von Mücken angefallen. Immerhin kommen wir so recht flott voran.
Die Italiener in den Grundstücken kennen die komischen Typen mit den großen Rucksäcken schon und fragen wie schon auf den Etappen zuvor, ob man tatsächlich in München gestartet ist und wann und wieviele Kilometer es heute sind. Zumindest gestern und heute bekommen wir dann auch immer mal ein bravi, bravi dafür.
Hannibal, der Glücksbringer von den Kollegen nimmt nochmal einen kräftigen Schluck. Eigentlich hatte er seine Alpenüberquerung schon in Belluno geschafft.
Kneipentechnisch ist es eher schwierig heute. Die sind alle auf der dem Meer zugewandten Seite der Landzunge, wo sich ein Campingplatz an den nächsten reiht. In Cavallino finden wir dann doch was für eine Rast. Es müssen ja nicht immer top Bewertungen sein, um die Vorratsspeicher aufzufüllen. Aber gut essen mögen wir halt noch mehr als gut laufen. Die Spaghetti Carbonara und Insalata mista waren auch völlig in Ordnung.
1h nach dem Essen wollen wir dann doch auch mal ans Meer. Die Literatur ist sich uneins, manche machen den Abstecher andere lassen den Umweg weg.
Damit wäre nun die Alpenüberquerung wirklich beendet. Weiter geht's nimmer. Aber wir sind ja auf Städtetrip von München nach Venedig. Die 7km zur Fähre schaffen wir auch noch. Schön ist die Strecke hier drüben nun wahrlich nicht. Wir folgen stupide der Zubringerstraße der unzähligen Campingplätze. Auf den Straßen sieht man nun mehr deutsche Autos als italienische.
Wir schaffen perfekt die angepeilte Fähre um 16:30 Uhr. 26,8 km waren es nochmal und in Venedig kommt auch noch was dazu. Die Füße signalisieren schon mal, es reicht dann auch.
Ohne Maschiera (MNS) geht hier gar nichts, auch nicht auf dem fast leeren Freideck. DoDo schnauft, aber schwimmen wäre jetzt auch keine wirkliche Option 🤣
Wir schippern an den kleineren Inseln der Lagune vorbei und die Fähre stoppt nochmal in Lido di Venezia. Nach gut 30min ist es dann soweit, die Altstadt von Venedig kommt näher.
Geschafft. Knapp 600km sind es geworden und gut 25.000 Höhenmeter. 34 Wandertage und 5 Pausentage liegen hinter uns. Einmal von der Mariensäule zu den Stelen des Apostel Markus und seinem Zeichen, dem Löwen. Schön war es gewesen, nicht jeder Moment, aber die Tour auf jeden Fall.
Nun, wir sind zwar am Ziel der Ziele, aber so richtig ist für heute doch noch nicht Schluss. Unser Apartment müssen wir noch finden.
Die dritten Schuhe der Tour waren dann übrigens ganz hervorragend. Sowohl auf dem Klettersteig an der Schiara als auch auf den langen Etappen machten sie ihren Job super.
Am Palazzo mit unserer Fewo war dann kein Schild und keine Klingel. Also die Vermieterin anrufen und 20min warten. Boah, da hatten wir gerade null Bock drauf. Wir stehen verschwitzt mit großen schweren Rucksäcken in einer Touristadt. Ich will das Ding in die Ecke stellen und mich duschen und nicht 20min warten.
Naja, hilft nix.
Einen Aperol Sprizz und einen Cafelatte später erscheint tatsächlich die Signora und zeigt uns das Apartment. Schick und gut eingerichtet, hier halten wir es sicher die nächsten 5 Tage aus. Noch bissl was einkaufen müssen wir und dann
Morgen um 11 Uhr ist die Stadtführung gebucht, mal schauen wann dann die Serie mit dem Schritteziel reißt. Wir werden uns hoffentlich noch ein paar schöne Tage machen. Wie wir zurück nach Dresden kommen, müssen wir auch noch sehen. Es bleibt also spannend.
Die Liveberichterstattung aber endet hier. Vielen lieben Dank nochmal an alle, die uns im Blog begleitet haben. Das hat uns unterstützt und mich auf jeden Fall motiviert, doch jeden Tag eine kleine Geschichte zu verfassen, auch wenn man nicht immer Lust dazu hat. So bleiben die Bilder auch für uns lebendig.
Vielen Dank natürlich auch an meine Reiseleitung. DoDo hat sich zwar beharrlich geweigert, auch nur einen Bericht zu schreiben, aber sie saß mehrere Wochen an der Planung der Tour und hat wirklich schöne Unterkünfte gefunden und die Etappen geschnitten. Die meisten Berichte hat sie auch nochmal gelesen und die gröbsten Fehler bereinigt. Das hat es für euch erst lesenswert gemacht. Meine Kollegen müssen es immer ertragen, dass ich mit meinen Gedanken oft schon weiter bin, als mit dem Gesprochenen und Geschriebenen. Daran, diese Lücken zu füllen, muss man sich erst gewöhnen. Natürlich auch Dank an die Kollegen, die mit ihrem Verständnis für unsere verrückten Ideen die Tour mit möglich gemacht haben. So nun aber genug der Danksagungen.
Lasst es Euch gut gehen. Apropos gehen... Man muss nicht gleich 39 Tage durch die Welt vagabundieren. Es gibt auch schon eine schöne und unschwierige 3-tägige Karwendeldurchquerung. Wer es noch nicht gemacht hat, einfach mal probieren. Macht Spaß 😉