Montag, 31. August 2020

Tag 15 - Aufstieg zum Schlegeisspeicher

So, nachdem es nun halb Tirol weggespült hat, könnte das Wetter langsam besser werden.
Der Blick aus dem Fenster zeigt schon mal... Och, menno. So macht das doch keinen Spaß. Na zumindest kein Regen und der soll auch erst am Nachmittag wieder kommen.

Nach einem hervorragenden Frühstück schafft es die Pension Sonnleiten locker in die Liste der auch mal für einen normalen Urlaub tauglichen Quartiere aufgenommen zu werden. Aber hilft nix, wir wollen in den sonnigen Süden und können nicht länger hier verweilen. Also los geht's.

Die komplette Tour zu Fuß hätte uns 10:30h Gehzeit abverlangt, eindeutig zu viel. Also fahren wir mit dem Bus hinab ins Zillertal nach Mayrhofen und von dort wieder hinauf zum Nationalparkhaus Ginzling.

Das Bild zeigt das Ausmaß unserer Umplanung. Von der Lizumer Hütte sollte es in zwei Tagesetappen über den Kamm gehen (blau) . Stattdessen Abstieg ins Tuxer Tal und mit dem Bus (gepunktet) hinüber ins Zillertal und von dort Aufstieg zum Schlegeisspeicher.

Ginzling, unser Startort für die Wanderung heute, hatte es bis in die Regionalnachrichten geschafft. Der Regen drohte hier eine Baustelle samt Kran wegzuspülen und es wurde großflächig alles gesperrt. Die Brennerautobahn war auch wegen Überflutung gesperrt, insofern scheint es schon vernünftig, dass wir die Talvariante gewählt haben.

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Große und kleine Kirchlein in Ginzling

Dann geht es auf und neben den Wanderwegen das Tal hinauf.

Wilde Granitfelsen stehen rechts und links des Weges. Auch die bekannten Zillertaler Boulderfelsen befinden sich hier und später geht es noch an den ewigen Jagdgründen vorbei, einem der besten Klettergebiete in Tirol. Aber heute soll ja gewandert werden und zum Klettern wäre es eh zu nass und zu kalt. 


Apropos Nass, das Nass schießt in gewaltigen Wasserfällen rechts und links die Felsen hinab ins Tal. Das sind schon imposante Bilder.
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Am trendigen Halsschmuck sieht man auch, es ist kühl geworden. Die Schneefallgrenze liegt nun bei 2.500m. Aber heute geht's ja nur auf 1.805m.

Der Tourismusverband hat exakt an der Mitte unserer Tour ein Gasthaus platziert, na dann nutzen wir das doch und essen etwas im Berggasthaus Breitlahner. Schlecht war es nicht, aber extra hinfahren lohnt sich definitiv auch nicht.

Weiter am Zamserbach aufwärts kommt bald die gewaltige Staumauer des Schlegeisspeichers ins Blickfeld und der für den Nachmittag versprochene Regen wird auch geliefert, allerdings diesmal nur in homöopathischer Dosierung.

Kurz vor der Staumauer zwingt uns ein etwas wild gewordener Abfluss nochmal zu Umwegen.
Aber diesmal kein Problem, die Mautstraße zum See verläuft nur 20m über uns.

Dann stehen wir am Fuß der Staumauer. Immerhin doppelt so hoch wie die Talsperre Pöhl ragt die Mauer empor und verhindert die Überflutung des Zillertals bei der Schneeschmelze oder halt bei den Wetterkapriolen der letzten Tage.

Das aufmerksame Auge erkennt schon auf dem oberen Bild, die Staumauer wird auch anderweitig genutzt. Knackige Klettersteige und sogar hallenmäßig eingerichtete Sportkletterrouten wurden in der Mauer eingerichtet.
Das wäre doch auch mal eine Idee für die Pöhl.

Unsere Bleibe die Dominikushütte liegt nur knapp über dem See und wir haben aus dem Zimmer einen herrlichen Seeblick. 

Aber nicht alles ist perfekt. So viel Wasser ist zu sehen und drinnen gibt es keines. Eine Mure hat die Leitung zur Quelle zerstört. Die Reparatur läuft zwar auf Hochtouren, aber noch gibt es kein Wasser. Ergo keine Duschen, der Wäscheservice musste auch gestrichen werden und noch viel schlimmer... es gibt weder Kaffee noch Tee. Zum Abendessen reduziert sich der Speiseplan auch erheblich. Eigentlich bleiben nur noch Schnitzel und Kaiserschmarrn übrig. Für alles andere braucht der Koch... Wasser.

Vom Himmel fällt schon wieder neues Wasser in den See. Drücken wir dem Reparaturteam mal die Daumen, dass sie etwas davon in Küche und Bad umleiten können.



2 Kommentare:

  1. es scheint sich ja um das Adriatief zu handeln, welches schon in meiner Kindheit Ende August in Form von zunächst Föhn über die Alpen kroch?
    soche Wassermassen, unglaublich. Copitz würde gerne etwas abbekommen. Wunderbare Bilder, klasse!!

    lg Verena

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  2. Haltet die Ohren steif und bleibt weiterhin gut bei Fuß. Die Rotschauer

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