Nochmal hinab zur Isar und der Promenade folgend in Richtung Lenggries. In Arzbach zweigt dann die offizielle Route München - Venedig ab und umgeht so den alpin angehauchten Grat zur Benediktenwand. DoDo weist auf dem Bild den Weg Brauneck (links) und Benediktenwand (rechts) dazwischen die Achselköpfe.
Das wollen wir uns auf jeden Fall nicht entgehen lassen und nehmen den Tag Umweg gerne in Kauf. Also noch 3km den Fluss hinauf und dann heißt es für zwei Tage Abschied nehmen von Isaria der Wilden, wie man sie früher nannte. Wir stürzen in den letzten Supermarkt, wir benötigen dringend noch Zusatzgewicht für den Aufstieg 😜
Kein Spaß, sondern die bittere Realität. Unser Tagesziel das Brauneck Gipfelhaus ist für seine "Gastfreundschaft" leider berühmt und berüchtigt. Hier hat man keine Chance auf eine Verpflegung für unterwegs und Frühstück gibt es definitiv nicht vor 8:30 Uhr. Nicht dass wir plötzlich eine Abneigung gegen das Ausschlafen entwickelt hätten, aber morgen kommt der Wetterwechsel und ab 13 Uhr sind Gewitter angesagt. Das kann auf einem ausgesetzten Grat recht ungemütlich werden. Also sind ein zeitiger Aufbruch und damit Selbstversorgung geboten.
Weiter geht's hinauf zur Talstation der Seilbahn.
Die wäre zwar auch eine Alternative gewesen, aber was hätte dann die Leserschaft von uns gedacht, schließlich wird Heldenmut von uns erwartet 🤣
So dem sozialen Druck ausgeliefert, stampfen wir tapfer nach oben. Die Stöcke erfüllen nun endlich mal ihren Zweck und erleichtern den Aufstieg. Nach 30min lassen wir die Reiseralm links liegen und verzichten hier auf einen Einkehrschwung. Am Nachmittag würde der Aufstieg bei über 30°C auch zur Tortur. Bei solchen Temperaturen legt man sich ja auch besser an den Kleinen Galgenteich und strolcht nicht durchs Gebirge.
Zunächst spendet der Wald noch Schatten, doch bald nutzt der Steig die Skipiste und wir werden gegrillt. Noch bevor wir richtig gar sind erreichen wir nach gut 2h die Bergstation. Die letzten Meter hinauf zum Gipfelhaus sind dann auch bald geschafft. Jetzt erstmal die verdiente Pause. Mögen die Wirtsleute nicht die freundlichsten sein, aber kochen können sie. Die Spinatknödel schmecken hervorragend.
So gestärkt und von der Kraxe befreit, schlendern wir gemütlich zum Gipfel und genießen die Aussicht. Gen Norden das Flachland mit dem Starnberger See und freiem Blick bis nach München, nach Osten der steile Abbruch ins Isartal mit unserem Aufstiegsweg und im Süden baut sich das Karwendel in voller Pracht auf und im Hintergrund können wir sogar den schneebedeckten Gipfel des Großglockners entdecken. Das hat sich echt gelohnt.
Dank der nahen Seilbahn scheint sich hier ein Hotspot für Gleitschirmflieger entwickelt zu haben. Gemeinsam mit den Kühen beobachten wir das bunte Treiben bis wir endgültig genug Sonne abbekommen haben.
Also zurück zur Hütte und ab in den Zuber. Handwäsche ist angesagt, die Duschen sind gesperrt... Corona lässt grüßen.
Das Abendessen ist nicht üppig, aber schmeckt. Was braucht das Wandererherz mehr. Wir kriechen in unsere Schlafsäcke und so kommt nach und nach all das mitgeschleppte Equipment zum Einsatz.
Mein neues Schuhwerk hat mich übrigens ohne weitere Blessuren auf den Gipfel getragen. Erstmal alles richtig gemacht 😁
wunderschöner Blick, da war ich auch einmal mit Hartmut, vom Starnbergersee aus, da hat Söhnchen eine Wohnung. aber heiss.....schönen Samstag mit 24 Grad...
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