Mittwoch, 23. September 2020

Tag 38 - Laufen, laufen, laufen

Heute erwartet uns die längste Etappe der Tour, hoffentlich nicht zeitlich, aber zumindest bezüglich der Strecke. Gut 35km sollen es sein, Höhenunterschiede gibt es keine mehr zu überwinden. 35km ist trotzdem schon eine ordentliche 8h-Tour und eigentlich jenseits der Spaßgrenze.
Hilft nix, ich habe vollstes Vertrauen in meine Reiseleitung. Wenn es eine sinnvollere Etappeneinteilung gegeben hätte, hätten wir das sicher gemacht.

Der Star des Hotel Callalta, fast frisch geschlüpft

Vor lauter Aufregung ob der langen Tour, habe ich gleich das obligatorische Unterkunftsfoto vergessen. Vielleicht lag es aber auch am knuffigen Kätzchen 😺 Ein km später wird das Startfoto nachgeholt.

Vielleicht noch ein paar Worte zum Frühstück. Als wir kurz nach 7 in den Frühstücksraum kommen, trauen wir unseren Augen nicht. Fast alle Tische sind besetzt. Wir sind außerhalb der touristischen Gebiete und die Montagearbeiter scheinen das außergewöhnlich gute Preis-Leistungs-Verhältnis zu schätzen. Alle anderen haben bereits ihr Brioche mit Cappuccino, für uns fährt die Wirtin sogar Wurst und Käse auf. Kein Buffet, alles wird coronagerecht an den Tisch gebracht. Leider dauert das bei dem Andrang alles etwas länger als geplant.

Der Regen hat sich in der Nach ausgetobt und scheint uns erstmal in Ruhe zu lassen. Perfekt, es ist bewölkt und noch kühl, da können wir Tempo machen. Was ja heute auch erforderlich ist.
Zum Weg gibt es nicht viel neues zu berichten. Der Piave-Damm im Wechsel mit kurzen Straßenabschnitten.
Der nasse Boden hinterlässt auch an den Waden Spuren 😱
Nach gut 3h müssen wir uns mal wieder entscheiden, Wirtshaus oder Kaufhalle und Selbstversorgung. Zu meinem Erstaunen gibt DoDo entschlossen die Kaufhallenvariante vor. In Musile di Piave stürmen wir in den Markt und... überlegen und überlegen und überlegen. Mittlerweile ist es schon kurz vor 12 und Frauchen kann sich nicht entscheiden. Vorsichtig frage ich an, ob nicht doch das Wirtshaus in Frage käme. Mal gemütlich sitzen, tut ja auch gut bei so einer langen Tour. Hossa, damit hab ich nicht gerechnet, es war genau die richtige Frage. Mit nur einer Banane für mich brechen wir das Experiment ab. Der Weg durch die Stadt zieht sich und so sind wir zur besten Essenszeit an der Al Tajo Osteria Cicchetteria direkt am alten Piave. Kann nur sagen es hat sich gelohnt. Oberlecker und super nett waren die beiden Wirte. Zur Mittagszeit auch wieder erschreckend günstig.
Dann geht es weiter, wir haben gerade mal 18 der 35km geschafft.
Der Dammweg mäandert etwas, aber die paar Meter mehr nehmen wir in Kauf. Auf der Straße ist es einfach zu monoton. Zudem bieten sich wirklich schöne Blicke auf den alten Flusslauf.

Am Horizont werden erste Blicke nach Venedig möglich und das Meer (also eigentlich die Lagune) zeigt sich. Mit dem Wetter haben wir weiterhin Glück. Die dicken schwarzen Wolken haben sich nicht entleert und am Nachmittag gewinnt die Sonne wieder die Oberhand.
. 

Nun sind wir schon an den Kanälen der Lagune und folgen dem Sile. Immer noch knapp 2h bis zum Ziel. Eigentlich würde es jetzt schon reichen. 35km mit 10kg auf dem Rücken geht ordentlich auf die Fersen. Sehen wir es als Motivation uns die 10kg nicht noch anzufressen.
Schließlich ist es vollbracht und wir marschieren in Jesolo ein. Ok, marschieren ist übertrieben, es ist eher ein gebückter Schleichgang.
Dann noch durch die ganze Stadt, nochmal 1km.
Der Blick zeigt deutlich, ich sollte nicht unglücklich sein, dass ich die Planung nicht gemacht habe 😂

Viertel sechs dann ist es vollbracht, wir erreichen die Locanda Al Ponte De Fero unser letztes Wanderquartier. Heute nehmen auch meine Fersen eine ordentliche Portion Dyclophenac. Nach dem Kärchern erstmal die Füße hochlegen. Abendessen gibt es direkt im Haus, nochmal raus wollten wie definitiv nicht. Wäre aber besser gewesen.

Das Essen sah zwar gut aus, aber die Küche hatte eine absolute Abneigung gegen Gewürze. Eher nicht zu empfehlen.

Morgen dann die letzten 25km zur Fähre und dann hinüber schippern ans Ziel. Auch wenn ich den inhaltslosen Satz sonst hasse, hier passt er doch ganz gut... wir schaffen das 😄


1 Kommentar:

  1. also so 35 km stelle ich mir ganz schön heavy vor, ein wenig einfaches Gelände, da ist so ein Wirtshaus schon wichtig. In Jesolo haben wir als Kinder Urlaub gemacht, die bunten Flodern und Spielsachen, einfach süss.
    Morgen ists soweit, klasse
    habt eine schöne Tour .(ist sogar heute, oder?)
    gutes Ankommen und leckeres Essen!!
    lg V

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