Am Tisch nebenan erkennen wir das durchnässte Pärchen vom Vorabend wieder. Sie waren auch vom Brauneck gestartet, haben Achselköpfe und die Benediktinwand aber umgangen. Der Marsch durch den Regen hat die Moral gebrochen, der ursprüngliche Plan bis Innsbruck dem Traumpfad zu folgen, wird nun durch die Heimreise gen München ersetzt. Ob er sie jemals wieder zu so einer Tour überreden kann? Zum Glück werde ich da gar nicht gefragt und muss eh mit 🤣
Viertel 10 starten wir. Der erste Weg führt zur Sparkasse. Trotz sklavischer Beachtung der Corona-Auflagen nehmen die meisten Wirte doch lieber Bargeld. Also Maske auf und den Geldautomaten plündern.
Sonne und Wolken liefern sich am Vormittag ein spannendes Duell. Mal schauen, wer heute die Oberhand gewinnt. Auch der Wetterbericht ist da unsicher... 40% Regenwahrscheinlichkeit.
Zunächst über Wiesen und dann im steten Wechsel zwischen Forstwegen und kleinen Pfaden geht es aufwärts. Die Wiesen sind noch feucht und bieten interessante Hindernisse.
Nach 2h erreichen wir den Rißsattel, den Überganz zwischen dem Tal des Jachen und der Isar. Jachenau ist mit knapp 900 Einwohnern übrigens die kleinste selbständige Gemeinde in Bayern und mit nur 7 Einwohnern je Quadratkilometer auch die am dünnsten besiedelte Gemeinde. Na, kennt wer die kleinste Gemeinde in Sachsen? Wer es weiß und im Kommentar vermerkt, bekommt in den nächsten Berichten einen Schüttelreim im Blog spendiert. Google und Co. sind natürlich strengstens verboten.
Der Blick in das gewaltige Kieseldelta des Rißbaches beeindruckt. Hier mündet er in die Isar und bringt scheinbar das halbe Karwendel mit. Wir müssen uns jetzt die 500m da runter stürzen. Im ständigen Zickzack führt der Pfad nach unten. Kraxelei und der Abstieg von gestern machen sich jetzt in den Oberschenkeln schon bemerkbar. Da rächt sich der desolate Trainingszustand und der typische Abstiegsmuskelkater baut sich auf. Naja, zum Glück geht es unten dann erstmal 2.000m bergauf bis zur Birkkarspitze. Natürlich nicht an einem Tag.
Man beachte die blaue Dienstkleidung 🤪 Tja, wieder ein Traumjob weniger, das Amt in Vorderriß gibt es schon lange nicht mehr.
Dafür gibt es aber noch das Gasthaus zur Post. Zur besten Mittagszeit ordern wir Kaffee und Kuchen. Das reichhaltige Frühstück lässt noch keinen Raum für ein opulentes Mittagessen. Einfach vorbei gehen wollten wir aber auch nicht.
Was danach folgt, ist weniger hübsch. Noch 12 km sind es nach Hinterriß und 5 davon müssen wir mangels Wanderweg direkt an der Straße laufen. Zum Sonntag an einer beliebten Ausflugsstraße... einfach nur hässlich. Nach 2km überlegen wir ernsthaft, auf den Bus zu warten. Die dunklen Wolken hinten im Karwendel untermauern die Idee. Mit dem Bus wandern ist aber auch irgendwie uncool und so halten wir tapfer durch.
Wir verlassen das Herrschaftsgebiet von Markus dem Bekämpfer des Virus und sind gespannt, was der kurze Sebastian in seinem Ländle so an putzigen Regeln für uns aufgestellt hat.
In Österreich gibt es zumindest schon mal wieder einen Wanderweg parallel zur Straße und wir bestaunen, wie die tosenden Fluten des Rißbaches die Regenfälle des gestrigen Tages zu Tale befördern. Offensichtlich gab es gestern dann doch genug Regen für mehrere Tage und wir blieben heute verschont.
Pünktlich 16 Uhr erreichen wir den Gasthof zur Post in Hinterriß. Wir dürfen das Haus ganz ohne Vollschutz betreten und werden freundlich empfangen. Das Zimmer ist nett und das Abendessen lecker.
So darf es gerne weitergehen.
tja, die österreichische Küche ist halt immer noch klasse, auch schöne Portionen. Wieder herrliche Bilder, vor allem das mit den zwei Baumstämmen mit Dodo drauf!!!!!gute Weiterkraxelei
AntwortenLöschenVerena
kleinste Gemeinde Sachsen denke ich noch nach.....