So eilig haben wir es aber dann doch nicht. Am Frühstücksbuffet gibt es allerlei Leckerlies zu entdecken. DoDo ist vom selbstgemachten Fichtenhonig ganz verzückt. Für mich schmeckt er eher nach Erkältungsbad und auch die Konsistenz spricht für diese Variante 😄
Gut 6 1/2h Gehzeit veranschlagt die Literatur für die Tour über die gesamte Lüsner Alm. Grund genug früh aufzubrechen, doch zu sehr sind wir den Annehmlichkeiten hier verfallen und starten erst kurz nach 9. Der Anstieg hinauf zur Pianer Kreuzkapelle wird von Skulpturen zur Schöpfungsgeschichte verziert.
Immerhin investieren sie hier nicht nur in neue Hotelbauten, sondern auch in Kultur. Die Kapelle selbst ist auch top in Schuss
Dann hoffen wir mal, dass auch uns der Bartholomäus und die Klara vor Blitz und Unwettern schützen. Heute sollten die beiden aber einen ruhigen Arbeitstag haben. Ist ja auch Wochenende, da passt das 😉
Wir genießen die herrlichen Ausblicke bis hinunter zur Brenta im Süden und den Alpenhauptkamm im Norden.
Plötzlich ruft es von weiter unten, ob wir helfen könnten. Einer der Almhirten hat offenbar Stress mit seinen Kühen. Ich sause die Wiese hinab und verstehe die Situation. Seine Kühe waren auf der Weide des Nachbarn und alleine bekommt er die störrischen Viecher nicht zurück in seinen Claim.
Wir erreichen die Kreuzwiesenhütte und gönnen uns eine Holunderschorle. Bei der Hütte hat es auch zum Diplom gereicht. Hütte des Jahres 2011. Hier oben hat man wirklich die Qual der Wahl bei den guten Quartieren. Sozusagen Seiser Alm 2.0
Nach der Alm müssen wir uns entscheiden... Aufstieg oder Abstieg. Der klassische Weg führt hinab in den Wald und quert am Hang, der andere nach oben auf den zweithöchsten Punkt der Lüsner Alm (Campill 2.190m). Da fällt uns die Entscheidung leicht. Der Spruch aus der Kindheit hat geprägt... aufwärts immer, abwärts nimmer oder ging der doch bissl anders 🤪
Auf jeden Fall hat sich der Abstecher gelohnt. Ein herrlicher Blick ins Pustertal, nur der voll bebaute Kronplatz gegenüber will nicht so recht in die Bergidylle passen. In der Ferne entdecken wir auch das Toblacher Pfannhorn. Von hier hatten die vogtländischen Wanderfreunde gestern Grüße gesandt. Also Gruß zurück und möge das Wetter so bleiben ☀️😄👍
Dann weiter über den langen Wiesenrücken im steten auf und ab gen Süden immer auf den Peitlerkofel zu. Die erste Felsbastion der Dolomiten. An der Wieseralm dann die Enttäuschung...geschlossen. Wir hatten die Verpflegungsstation fest eingeplant und nichts mitgenommen. Im Hotel hatte DoDo vorsichtshalber sogar nochmal nachgefragt. Leider war die Info falsch. Das gibt jetzt echt einen Punkt Abzug für die Roneralm. Solche Informationen gehören für einen Hüttenwirt einfach dazu, auch wenn es eine Nobelhütte ist.
Hilft nix, nun kommt keine Alm mehr und wir müssen die letzten 2 1/2h hungrig laufen. Wer schon mal mit meinem Frauchen hungrig unterwegs war, weiß was das bedeutet. Ja keinen Fehler machen jetzt 😱
Ich zeige mich von meiner besten Seite und sammel fleißig Heidelbeeren. Ja, hier oben über 2.000m ist da noch Saison. Auch sonst ist es schön am Glittnersee
und wieder dominiert der Peitlerkofel das Panorama. Für den Weg über den Mauersberg fehlt uns mit knurrenden Mägen die Motivation, also auf halber Höhe am Hang gequert.
Kurz vor der Hütte treffen wir dann auf eine lustige Runde - Junggesellenabschied. Er trägt tapfer seinen Galgen spazieren und auch sonst sind die Jungs gut drauf.
An der Hütte helfen wir dem Glücklichen dann bei seiner Aufgabe und kaufen ihm zwei Holzklötzchen ab. Dafür gibt es dann zwei Amaro... Das ist doch genau das richtige für die leeren Mägen 😳
Die Mauersberghütte hat auf jeden Fall eine hervorragende Aussicht. Die Zimmer sind auch ok. Zwar unter dem Niveau von gestern, aber immer noch
weit über dem üblichen Hüttenstandard. Hatte ich schon erwähnt... DoDo ist die Planungsweltmeisterin 👍
Am Abend dann wird deutlich, warum es der Virus in Italien leichter hat als im Norden. Zwar gelten in Italien die bayerischen Regeln mit Mundschutz und Co. und die werden auch eingehalten. Die deutschsprachigen Wandersleut sitzen aber brav in 2er oder 4er Teams jeder an seinem Tisch. Italien sitzt an einer großen Tafel und es geht laut und turbulent zu. Irgendwie beruhigend, dass der Virus, das nicht zu ändern vermochte.
Während ich den Blog schreibe, kommt der Wetterbericht für morgen rein. 12°C - 16 Grad kälter als heute. Das klingt so unplausibel, dass ich es erstmal verdränge.
Ist der Kronplatz im Winter Schigebiet ,? dann war ich da scho
AntwortenLöschenherrlicher Himmel
schöne Bilder, und Heidelbeeren super
lg Verena.