Sonntag, 6. September 2020

Tag 21 - Der Peitlerkofel

Die Wetteraussichten waren ja nicht die besten, wir stehen trotzdem zeitig auf und werden belohnt.
Noch ist die Luft warm und trocken. Mit Regen ist erst am frühen Nachmittag zu rechnen. Also Beeilung.

Ab 7 Uhr gibt es Frühstück und kurz nach 8 geht es los.
Wir verabschieden uns von der Maurerberghütte und wandern dem Peitlerkofel entgegen.
Mit seiner Steil abfallenden Nordwand ist er von weitem schon auszumachen und steht aus dem hinteren Pustertal gesehen immer wie ein Wächter vor den großen Dolomitenmassiven. Da wollten wir schon immer mal rauf.
Die Etappe wurde extra kurz gewählt und endet schon nach 3 1/2h an der Schlüterhütte. Da haben wir die 3h für die Besteigung locker Zeit, zumindest wenn wir schneller sind als der Regen.

Kurz vorm Würzjoch entdecken wir im Wald einen Auerhahn. Sowas hatten wir noch nie in freier Wildbahn gesehen. Er flüchtet nicht mal, sondern geht zur Attacke über.
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DoDo hält Abstand und schickt mich zum Fotografieren vor. Vom Parkplatz kommt ein junger Mann und erklärt uns, dass er seit zwei Tagen schon in der Gegend ist und hormonell aufgedreht die Touris attackiert. Spontan muss ich gleich an den Kampfturm, einen Klettergipfel im Zschand, denken. Die Erstbesteiger sollen hier auch von einem Auerhahn attackiert worden sein und daher hat der Fels seinen Namen. Bislang hielt ich das immer für Bergsteigerlatein... Nun glaub ich es gerne. Eine wirklich eindrucksvolle Begegnung.

Am Würzjoch angekommen, hat sich der Peitlerkofel bereits in Wolken gehüllt.
Wir überqueren die Passstraße und steigen östlich aufwärts. Direkt unter der imposanten Nordwand entlang.
Die Bewölkung nimmt stetig zu.
Auf dem Weg hinauf zur Peitlerscharte hopsen die Tagesausflügler mit leichtem Gepäck an uns vorbei (natürlich nur die fitten 😛). So fühlen wir uns schrecklich langsam, liegen aber top in der Zeit.
Um 11 Uhr stehen wir dann endlich in der Scharte 2.357m. Schnell die Rucksäcke regensicher verstaut und nur mit der Deckeltasche als Daypack geht es nun deutlich schneller aufwärts.

Wir wollen auf jeden Fall auf den Gipfel und beginnen den Wettlauf mit dem Wetter. Spätestens im felsigen Gelände werden die meisten Tagesausflügler wieder einkassiert 😁
Mittlerweile ist es grau und ungemütlich. Im Sattel zwischen Kleinem und Großem Peitlerkofel pfeifft der Wind und in den Wolken sieht man nix mehr. Die meisten kehren hier um. Es sind nur noch 100 Höhenmeter zum Gipfel, da gibt man doch nicht auf. Also ran an den Klettersteig und aufwärts. Mein Tatendrang lässt nun auch noch ein Dreierteam den Mut fassen und sie folgen mir.
DoDo hangelt sich durchs Wolkenmeer abwärts

Nach 1h stehe ich auf dem Gipfel und treffe dort noch zwei vorbildlich ausgerüstete Italiener.
Das 3er Team kommt auch noch an und das war's. Gestern waren hier bestimmt ganze Hundertschaften oben.

Ich gehe ein Stück zurück und helfe DoDo zum Gipfel. Am Klettersteig brauchte sie natürlich keine Hilfe, aber wo nur hin, wenn kein Seil da ist und alles im Nebel verschwindet.
Zwei Zipfel auf dem Gipfel

Aussicht null, gefühlte Temperatur darunter, also schnell wieder nach unten.

Beim Abstieg treffen wir dann doch noch auf ein paar Gipfelaspiranten. Es war zwar schon ungemütlich, aber so schlimm war es nun wahrlich nicht, dass man hier unverrichteter Dinge wieder abziehen muss.

Im Abstieg dann doch die ersten Regentropfen. Waren ja auch schon 3 Tage Schönwetter am Stück 😕

Wieder in der Scharte verzichten wir auf ein Picknick. Weit ist es zum Glück nicht mehr bis zur Schlüterhütte und wir sind noch vor 14 Uhr da. So ein Wettlauf mit dem Regen wirkt sich positiv auf die Gehzeiten aus.
Die Regenmontur macht sich wieder mal nützlich und mein schon ledierter Schirm bedarf dringend des Ersatz.

Am Abend platziert uns der Wirt an den Tisch mit den Einheimischen. Ladinisch verstehen wir leider kein Wort, aber die Ladiner sind ja zum Glück multilingual. 
Beim Enzianwurz gab es auch keinerlei Verständnisschwierigkeiten 😄



1 Kommentar:

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