Am Abend hatten wir noch Bedenken bezüglich des Wetters. Kurze Klettersteigpassagen sind im Weg enthalten und wir bewegen uns durchweg im hochalpinen Gelände. Die Umfahrung mit dem Bus hätte aber kaum weniger Zeit in Anspruch genommen und die Einheimischen hatten uns ja versprochen, dass die Enzianschnäpse gegen Corona und Gewitter helfen. Garantiert ist schon mal, dass der Enzianwurz am Morgen einen Brummschädel erzeugen.
Ansonsten das bekannte Programm. Frühstück um 7 und der geplante Start um 8 wird um eine halbe Stunde gerissen. So sind wir halt 😄
Aufstieg an der Schlüterhütte. Erbaut übrigens 1898 vom Dresdner Kaufmann Franz Schlüter. Die Sachsen hatten halt schon immer ein Herz für die Dolomiten ♥️
Wir bewegen uns stets über 2.200m Meereshöhe mal über der Wolkendecke und manchmal mittendrin. Es nieselt aus den Wolken, aber richtigen Regen gibt es nicht. Glück gehabt.
An der Medalges Alm der Hinweis auf ein ernstliches Problem für die Almwirtschaft. Die zunehmende Ausbreitung des Wolfes gefährdet die Viehwirtschaft hier oben. Mag aus der Großstadtperspektive der Wolf schützenswert erscheinen, so ist er eine ernste Gefahr für die Weidewirtschaft und das nicht nur in den Alpen!
Im Aufstieg wird es dann doch warm und wir lassen die Hüllen fallen 🧐
Irgendwie schaut das ehrr aus wie Oberförster Pudlich. Aber es muss auch mal ein Bild vom Autor in den Blog.
Weiter geht's steil hinauf in die Roa Scharte 2.617m
Das obere Ende der Schutthalde da hinten ist die Roa Scharte. Aber keine Sorge, dass sieht von weitem immer viel schlimmer aus, als es wirklich ist.
In der Scharte dann die Qual der Wahl. Den kurzen Klettersteig durch die Nives Scharte oder die sichere Variante der Umgehung, die allerdings 300 Hm zusätzlich erfordert und damit 1h mehr Gehzeit. Eigentlich wird bei Regen die Umgehung empfohlen, aber regnen tut es ja auch nicht so richtig.
Das Quartett junger Belgier nimmt uns die Entscheidung ab, sie queren zur Scharte, also hinterher. Am Einstieg legen sie Gurtzeug an, das ist dann aber schon bissl overequipped. Ein richtiger Klettersteig sind die paar Felsstufen ja noch nicht wirklich.
Oben pfeift der Wind. Ja, ich weiß, das schreibe ich jetzt schon ein paar Tage und ich würde gerne mal wieder was anderes schreiben, zB dass wir oben gerastet und die Aussicht genossen haben. Aber es pfeift nunmal der Wind und auf 2.740m ist das dann arg ungemütlich.
Nach 4h ist das Mittagsziel, die Puezhütte erreicht. Von unseren Dolomitentouren haben wir die Hütte nicht in guter Erinnerung und wollten deshalb auch nicht dort nächtigen. Kalt und unfreundlich war es hier immer. Ok, unfreundlich waren sie heute wahrlich nicht, aber durchweg ist alles 50% teurer als in der Schlüterhütte. Zum Heizen reichen die Einnahmen nach wie vor nicht und wenn bei dem Klima nicht eingeheizt wird, friert man einfach. Das finden wir für eine Schutzhütte einfach unpassend. Aber die Nudeln haben geschmeckt und mal kurz sitzen tut ja auch gut.
Dann weiter im steten auf und ab über die Jöcher. Einer der Vorteile an den Dolomiten ist halt, dass man keine Fernsicht braucht, um tolle Eindrücke zu erhalten.
Wie im Märchenland tauchen die Felsen aus dem Nebel und liefern herrliche Bilder.
Für Kühe wäre es zu karg hier oben. Schafe sind da genügsamer. Hier bitte beim Thema Wolf nochmal die Schafsperspektive einnehmen 😦
Nach dem Cirjoch geht es nur noch abwärts. Die Sella gegenüber hüllt sich noch in Wolken.
Dann haben wir es geschafft. Halb fünf waren wir am Grödner Joch. Das mäßige Wetter hält die Motorradfahrer nicht davon ab, eine Ehrenrunde um die Sella zu drehen.
Zum Abendessen trifft sich dann das Wandervolk im Rifugio Frara. Geschichten werden erzählt und Informationen über die Touren ausgetauscht. Ein Münchner Paar macht uns auch Mut, dass die Etappen nach den Alpen auch noch ihren Reiz haben. Sie waren schon vor ein paar Jahren selbst von München nach Venedig gewandert und wollen jetzt nochmal durch die Dolomiten.
Das beste am Abend ist auf jeden Fall der Wetterbericht für Morgen... Herrliche Berge, sonnige Höhen... So macht es wieder Spaß ein Bergvagabund zu sein.
Hut ab.... super Bericht wieder heute und phantastische Eindrücke fotografisch festgehalten.... es ist eine Freude, euch lesend zu begleiten! Enrico & Steffi
AntwortenLöschenjetzt wirds ernster, aber ihr seid ja warmgelaufen...Grödner joch war ich schifahren
AntwortenLöschenlg V