Noch ohne größeren Restalkohol ging es in den Morgen in der schönen Hotelanlage Ai Cadelach in Revine. DoDo wollte voller Tatendrang den gestern Abend noch von der Hochzeitsgesellschaft belagerten Pool testen.
Bevor Poolboy und DLRG ihre Posten bezogen haben, dreht DoDo tapfer ihre Runden. Ich beobachte das aus sicherer Entfernung und stehe so für eventuelle Rettungsmaßnahmen zur Verfügung 😄
Das Frühstück war für italienische Verhältnisse mehr als überdurchschnittlich und rundet das positive Erscheinungsbild des Hotels ab. Wieder mal eine volle Empfehlung.
Der Poolparty folgt natürlich ein später Start in den Wandertag, erst um 10:40 Uhr geht es los. Das ist kein Problem, heute sind maximal 5h eingeplant.
Der München-Venedig-Weg würde nun direkt der Straße folgen und die beiden Seen von Revine ignorieren, also optimieren wir die Strecke ein wenig und schlendern mit den Sonntagsausflüglern um den See.
Der Lago di Santa Maria (der heißt wirklich so) bietet nette Impressionen und ein schönes Strandbad.
Der größere Lago di Lago ist nicht ganz so erschlossen. Zum Sonntag herrscht trotzdem ein gewisses touristisches Treiben. Aber es gibt genug ruhige Momente.
Mehrere Wochen in den Bergen führen offenbar zu einer gewissen Faszination für Seebilder, also lassen wir das besser und steigen in die Weinberge hinauf.
Unser Weg kombiniert Straße und Pfade ganz angenehm. Nur für ein kurzes Stück hatten die Brennnesseln auf dem Pfad die Oberhand gewonnen. Die Gemeinde Tarzo scheint eine Wanderwegoffensive gestarteten zu haben. Viele der nun vor Ort ausgezeichneten Wege sind noch nicht mal in den aktuellen Onlinekarten enthalten. Wanderer trifft man aber trotzdem keine. Nur eine München-Venedig-Wanderin, die wir anhand des oppulenten Rucksacks schon gestern in Belluno als Artgenossin identifizieren konnten.
Der Weg durch die Weinberge macht richtig Laune. Die kleinen Hügel sind nicht mit den zornigen Anstiegen in den Dolomiten zu vergleichen. Appetit bekommt man aber trotzdem. Also ab in den nächsten Bauernhof. Hier werden nicht nur Proseccoreben angebaut, sondern auch Gänse gezüchtet.
Vorzüglich, Antipasti mit allem von der Gans. Besonders der Gänsekäse 🤣 ist zu empfehlen. Dann noch Gnocchi mit Gänseragout und für DoDo noch mal Geschreddertes von der Gans mit Polenta. Abgerundet von der ersten Flasche Prosecco des Tages.
Der Massenansturm lässt vermuten, dass es sich hier um eines der Top Ausflugsziele der Region handelt. Wir sind natürlich auch erst zur Aktivzeit der Italiener am späten Nachmittag da, so dass ein gewisser Troubel herrscht. Dae sind wir gar nicht mehr gewöhnt. Die Mühle ist auch ganz nett anzusehen, aber warum das hunderte Besucher anlockt, erschließt sich uns nicht.
Über die vom Ausflugsverkehr stark befahrene Sträßchen erreichen wir dann Refrontolo. Schade, dass man es auch hier nicht geschafft hat, einen Spazierweg neben der Straße einzurichten. So war es etwas nervig.
Durch das Örtchen hinab und zur Casada di Sergio, unserer Bleibe direkt in den Weinbergen.

Das Weingut ist komplett deutschsprachig okkupiert. Die einzelne Wanderin ist ebenfalls hier abgestiegen, zwei Pärchen aus Wien und noch zwei Münchner. Die Autotouristen sind auf der Strada di Prosecco unterwegs und klappern die Weingüter der Region ab.
Wir machen uns kurz frisch und dann geht es zum Begrüßungstrunk in den Garten. Mit zwei der Wiener kommen wir sofort ins Gespräch, die deutsche M-V-Wanderin scheint nicht sonderlich kommunikativ und verschwindet bald aufs Zimmer. Dann bringt die Wirtin noch eine Flasche Prosecco und schließlich erscheint Sergio, der Herr des Hauses und stellt wortreich nochmal 2 Flaschen auf den Tisch.
Die Mücken freuen sich über das nette Buffet, das trinkfreudige Quartett aber hält die Stellung und leert alle Flaschlein. Man will ja nicht unhöflich sein 🥳🍾