Dienstag, 8. September 2020

Tag 23 - Sella Ronda von Pass zu Pass mal anders

Heute soll es über die Sella gehen. Die Sella Gruppe haben wir schon oft besucht. Wie eine riesige Festung umschließen die Felsen die Hochebene und ganz oben thront dann noch - wie das Tüpfelchen auf dem i - die Gipfelpyramide des Piz Boe. Drei Klettersteige führen auf die Hochfläche und durch den Felsriegel führen fantastische Kletterrouten. Wir hatten hier schon schöne Erlebnisse und standen auch schon mit den Kletterpatschen im Hagelschauer. Na zumindest das Wetter ist uns heute wohlgesonnen und geklettert wird auch nicht. Wir müssen nur unseren Hausrat einmal über den Berg schleppen.

Eigentlich Grund genug zeitig aufzubrechen. 1.300 Hm brauchen ihre Zeit. Die ohnehin schon späte Abmarschzeit von 9 Uhr wird dann auch noch um 4 Minuten gerissen und wir stapfen endlich los. Jeder für sich natürlich - erstmal, die Stimmung ist etwas angespannt.

Es ist es kühl, aber das Wetter ist deutlich besser als es hier scheint. 

Kaum über der Wolkendecke erwartet uns die Sonne ☀️

Auch die Cirspitzen gegenüber bekommen heute ein Sonnenbad. Gestern mussten wir uns hier noch durch die Nebelschwaden kämpfen.

Weiter oben wird dann der Weg wieder auf Vordermann gebracht. 
Alles Handarbeit und das sollte allen bewusst sein, wenn man mal wieder aus Faulheit einen Abschneider nimmt. Der nächste Schauer zerstört dann wieder den Weg. Also seid brav und bleibt auf den Wegen.
Ganz ohne Hand anzulegen, kommt man dann doch nicht auf die Sella. Aber die seilversicherten Passagen sind nur kurz und unschwierig. Zur Belohnung wartet dann oben die Sonne und die Pisciadu-Hütte.
Am Ausstieg aus dem Valle Setus

Das Rifugio Franco Cavazza al Piscadu wie es sich korrekt nennt

Auf der Sonnenterrasse der Hütte dann erstmal eine Holunderschorle und Cappuccino und warten auf DoDo. Den Aufstieg zur Hütte hatte jeder für sich gemeistert, um den Disput über die Abmarschzeit nicht weiter zu befüttern. 

Nach Pause und Sonnenbad geht es gemeinsam weiter. Immer wieder ein hübsches Bild, wenn sich die Hütte im gleichnamigen See spiegelt.

Kleiner Vergleich... fast die gleiche Stelle beim letzten Dolomitenurlaub am 05.09.2017. Also trotz des wechselhaftem Wettes der letzten Tage kann von schlechten Bedingungen nicht die Rede sein.

Nur 1h später erreichen wir die Hochfläche.

Die relative Einsamkeit der letzten Tage ist heute natürlich auch vorbei. Bei dem schönen Wetter nutzen unzählige Tagesausflügler die Chance auf eine tolle Tour. Ist ja auch richtig so. 

Blick hinab nach Corvara und ins Gadertal

Bald ist das Ziel auch schon zu sehen. Die Gipfelpyramide des Piz Boe mit der Gipfelhütte. Am Fuß des Piz Boe dann die alpine Großbaustelle. Das Rifugio Boe wird generalsaniert und ist für diese Saison geschlossen.
Kann nix schaden, sie war ähnlich negativ bei uns belegt wie die Puezhütte gestern. Einen kleinen Snack hätten wir jetzt schon wieder vertragen, aber hilft nix und die letzte  Stunde auf den Gipfel würde sich mit vollem Magen eh schlecht laufen.

Über der 3.000m Marke merkt man, dass die Luft dünner wird. Der Luftdruck ist hier bereits 30% niedriger als auf Meereshöhe was dazu führt, dass man öfter atmen muss, um die gleiche Menge an Sauerstoff ins Blut zu pumpen *häschel*. Ich bekomme in der Höhe leider wirklich recht schnell Kopfschmerzen und die hohen Berge bereiten mir oft wenig Freude. Aber das ist heute kein Problem. Wir sind super akklimatisiert und schnaufen nur etwas mehr als wir es ohnehin tun.

Genug gejammert, wir sind oben. 3.157m der höchste Punkt der Tour. Bislang hatte ja DoDo nach ihrem Solo am Pfitscher Joch noch den alleinigen Höhenrekord der Tour inne.

Mit uns kommen leider auch die Wolken an. Aber ein paar schöne Tiefblicke können wir noch ergattern. Dann erstmal rein in die Capanna Fassa, die Gipfelhütte.

Nach der Stärkung dann der Abstieg. 1h später stehen wir in der Pordoischarte mit einer weiteren Hütte. Man sieht schon hier ist Touristengebiet und die Gegend ist entsprechend erschlossen. 
Einkehren müssen wir sicher nicht schon wieder. Nur entscheiden müssen wir uns... 15min oberhalb schwebt die Seilbahn in 10min hinab zum Passo Pordoi - sicher auch ein Grund für die touristische Beliebtheit. Der Abstieg zu Fuß ist mit 1,5h ausgeschildert. Nun wir waren schon öfter hier, das erleichtert die Entscheidung. DoDo steigt zur Bahn auf und ich springe durchs Geröll. Das geht hier erstaunlich gut und wer es beherrscht, braucht für den Abstieg kaum länger als mit der Bahn. DoDo gewinnt diesmal den unfairen Wettlauf und ist doch 10min vor mir am Pass. Ich werde alt 🙈 Natürlich lag es nur daran, dass ich noch ein paar Blicke auf die Marmolada erhaschen konnte und das festhalten musste.
Mal schauen ob uns Laurin, der alte Dolomitengeist am Donnerstag auf den höchsten und einzigen vergletscherten Dolomitengipfel lässt. Der Wetterbericht ist sich da noch uneins.

Wir steigen im freundlichen Hotel Col di Lana direkt gegenüber der Seilbahn ab. Es gäbe am Pass noch weitere Möglichkeiten, doch das Hotel hatte ein Alleinstellungsmerkmal... den Wäscheservice 🤣 Nutzen wir gerne.

Beim Abendessen zeigt sich dann, dass es weitere gute Gründe gäbe, das Hotel weiter zu empfehlen. Uns wird ein vorzügliches Menü serviert. Nicht, dass wir bei den Strapazen noch vom Fleische fallen, 😋
Gut geschmeckt hat es. Der Favorit des Abends die Ravioli mir Birnen-Käse-Füllung.





2 Kommentare:

  1. also diese Bilder oberhalb der Wolken sind einzigartig. Soetwas sieht man nur vom Flugzeug aus! super! und die Höhe, richtig klasse
    lg Verena

    AntwortenLöschen
  2. Wunderschöne Fotos! ..supi... und die erlaufenen Höhenmeter, das verdient höchste Anerkennung. Weiterhin viel Spaß und drücke euch die Daumen dass das Wetter hält.

    AntwortenLöschen

Unsere Woche in Venedig

12h Zugfahrt in Richtung Heimat... da schreibe ich doch nochmal etwas über unsere Woche in Venedig. Das ist jetzt für einen Blog ein epische...